Die Rasenden Reporter

Kritik - Wettbewerb
Die Blindgänger
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Kritiken von: Zoë Genhart | Yunus Özsoy | Jonathan Kliem

Herbert ist in Deutschland, will aber zurück in seine Heimat, Kasachastan. Wenn da bloss nicht die Probleme mit der Polizei wären. Auf der Flucht vor der Polizei begegnet er Marie. Er fragt sie, ob sie nicht für ein, zwei Tage ein Schlafplätzchen für ihn habe. Marie und ihre Freundin Inga, die beide blind sind, bieten ihm Unterschlupf im Internat für Blinde. Für die beiden ist Herbert ein "Gucki". So nennen die Blinden im Internat alle, die nicht blind sind. Wenn man mit den Augen nicht sieht, sieht man mit den Ohren oder den Händen. So sieht auch Marie sich Herberts Gesicht an. Für die Heimreise braucht Herbert 500 Euro, die er nicht hat. Als Blinder getarnt geht er mit Inga und Marie auf die Strasse Musik machen. Als Inga von einem Musikwettbewerb erfährt, sehen sie plötzlich einen Weg, wie sie zu Geld kommen könnten. Mit Saxofon, Ziehharmonika, Gitarre, Schlagzeug und Gesang, was zusammen richtig toll klingt, machen sie am Wettbewerb mit.

"Die Blindgänger" erzählt eine Geschichte über die Freundschaft zwischen Blinden und einem Sehenden, begleitet von sehr schöner Musik. Man merkt, dass sich die drei Personen, vor allem Herbert und Marie, richtig lieb kriegen und kann sich am Schluss des Films ziemlich gut vorstellen, wie es ist, als blinder Mensch zu leben. Das dank guten Schauspielern und einer guten Geschichte. Es war ab und zu lustig aber manchmal auch traurig, wie zum Beispiel da, wo Herbert von der Polizei mit genommen wird und man nicht weiss, ob sie sich jemals wieder sehen.

Zoë Genhart


Marie besucht ein Internat für Sehbehinderte. Als sie dem Kasachen Herbert begegnet, der Probleme mit der Polizei hat, ändert sich ihr Alltag. In der Schule bietet Marie ihm heimlich Unterschlupf. Sie möchte ihm helfen in seine Heimat zurückzukehren. Gemeinsam mit ihrer Freundin Inga und dem Schlagzeuger Daniel, die ebenfalls das Internat besuchen, und Herbert, dem "Gucki", nimmt sie an einem Schulbandwettbewerb teil, um Geld für Herberts Heimreise zu bekommen.

Der erste Spielfilm von Bernd Sahling, der Humor und Ernst sehr gut mischt, überzeugt durch gute Hauptdarsteller, die auch in Wirklichkeit sehbehindert sind, und ein gelungenes Drehbuch voller guter Ideen. Das Leben, das für blinde Menschen normal ist, wird dem Zuschauer sehr nahe gebracht. Der Film ist auf jeden Fall sehenswert. Mit "Die Blindgänger" dürfte seit Langem wieder ein deutscher Film die Chance auf den gläsernen Bären haben.

Yunus Özsoy


Marie ist blind. Sie lebt in einem Internat für Blinde. Eines Tages trifft sie auf einen Jungen der von der Polizei verfolgt wird. Marie bietet ihm mit ihrer Freundin Unterschlupf. Später stellt sich heraus, dass der Junge Herbert heißt, kaum deutsch kann und zurück in seine Heimat will. Doch dazu sind 500 Euro nötig und die Polizei ist Herbert auf den Fersen.

Insgesamt ein sehr guter Film der besondere Beachtung verdient, weil er tatsächlich mit Sehbehinderten gedreht wurde. Der Film zeigt Probleme von Sehbehinderten und Ausländern. Er bringt einen zum Nachdenken und ist sehr eindrucksvoll dargestellt. Der Film ist für Kinder und Erwachsene sehr empfehlenswert.

Jonathan Kliem