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| Wunder gibt es vor der Haustür: Der schwedische Trickfilm „Klonka" |
Hotdogs zum Frühstück, ein Chamäleon, das partout seine Farbe nicht wechselt, ein graziles Fräulein, das eigentlich eine Katze und ein Mädchen, das eigentlich ein Junge ist: Die Welten des Kinderfilmfests der Berlinale waren immer schon anders als die der Erwachsenen, obwohl es sich dabei mitnichten um Paralleluniversen handelt. Man kann die kleinen Wunder direkt neben der eigenen Haustür finden, wenn man nur richtig hinguckt. Oder eben im Kino.
Das Kinderfilmfest feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Jubiläum -und präsentiert sich mit elf Spiel- und 15 Kurzfilmen aus 16 Ländern so vielfältig und stark wie eh und je. Schon der niederländische Auftaktfilm "Minoes" zeigt, dass das Programm auch nach einem Vierteljahrhundert nichts von seiner Kraft, Magie und dem ganz speziellen Biss eingebüsst hat. Im Gegenteil: Die Beiträge begeistern quer durch alle Genres, sei es nun Action, Komödie, Abenteuer oder Märchen, durch exellente Qualität.
Für die Kontinuität des hohen Niveaus bürgt Renate Zylla, seit 1988 Leiterin des Kinderfilmfests: "Das Angebot ist nicht immer gleich stark, das Ergebnis daher natürlich auch nicht. Aber man sollte die Auswahl spüren und darf inhaltlich nicht verlieren, indem man versucht, ein Limit zu erfüllen und immer 20 Spielfilme zu präsentieren."
Jede der über 200 Bewerbungen wird einer ganz besonderen Prüfung unterzogen: griffige Geschichten, handwerkliches Können, prägnante Bilder und eine stimmige Dramaturgie sind unabdingbare Voraussetzungen. Erst dann darf eine Produktion auf den von der elfköpfigen Kinderjury überreichten "Gläsernen Bären" und den von der Internationalen Jury vergebenen, mit 20.000 Mark dotierten Großen Preis des Deutschen Kinderhilfswerkes hoffen.
In diesem Jahr beweisen die Dänen ihre Meisterschaft im Kinderfilm gleich mit drei Produktionen. Immerhin ein Beitrag kommt aus Deutschland: In "Hilfe, ich bin ein Junge" stiftet ein unbedacht hingemurmelter Zauberspruch Verwirrung. Kommerzielle oder kitschige Orientierungen haben dabei nicht die geringste Chance. "Schließlich hat ein Festival eine andere Aufgabe, als dem Markt vorzugreifen, den es sowieso gibt", so Renate Zylla.
Die Zuschauer zwischen vier bis vierzehn danken ihr so viel Sorgfalt und Engagement mit einer stetig wachsende Besucherzahl, die im letzten Jahr auf 30.000 anstieg. Ein Grund dafür sind auch die Gespräche mit den Regisseuren, Darstellern und Produzenten am Ende jedes Films, bei denen Kinder stets das erste Wort haben.
Einen Wunsch hofft man sich im Jubiläumsjahr zu erfüllen: "Wenn die Medien die Begeisterung der Kinder und Macher mittragen, würde dem Kinderfilm mehr Selbstverständnis entgegen gebracht und wir hätten kein Problem mit Berührungsängsten, etwa bei Verleihern." Dann würde alle Welt nicht nur von den Goldenen und Silbernen, sondern endlich auch vom Gläsernen Bären reden.
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| Channel: Feuilleton | |
| Ressort: Film | |
| Erscheinungsdatum: 06. 02. 2002 |