Die
Rasenden Reporter:
ZEIT
DER TRUNKENEN PFERDE
"Zeit
der trunkenen Pferde" ist wieder ein Film aus dem Iran, der mich
zutiefst beeindruckt und bewegt hat.
Fünf Waisenkinder kämpfen sich im iranischen Hochgebirge durch
das Leben. Einer von ihnen, Madi, ist behindert und wird, wie es die
Ärzte sagen, bald sterben, wenn er nicht bald im nahen Irak operiert
wird. Doch für diese Operation haben die fünf Geschwister
kein Geld. Mit unglaublicher Aufopferung, Liebe und Hoffnung versuchen
die Kinder das Geld für die Operation ihres Bruders zu beschaffen
und nehmen alles auf sich, um Madi zu helfen - obwohl sie wissen, dass
dieser auch mit Operation nur noch höchstens ein Jahr zu leben
hätte...
Diese traurige Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit und der
Regisseur Bahman Ghobadi verfilmte sie mit Schauspielern, die unter
den gleichen harten Bedingungen, wie sie im Film dargestellt sind, leben,
und die teilweise wirklich Geschwister sind. Doch nicht nur das macht
"Zeit der trunkenen Pferde" so unglaublich authentisch. Auch
die natürlichen Dialoge, die kulturellen Details, die Ghobadi zeigt,
die iranische Musik, die den Film begleitet, die wunderschönen
Landschaftsaufnahmen und auch die beeindruckende Kameraführung
machen den Film zu einem wahrhaften Meisterwerk!
Das offene Ende des Films ist grandios, und das "Schlussbild",
die letzte Szene des Films, ist voll Poesie und Hoffnung.
"Die Liebe bringt alles zu Stande." - das ist meiner Meinung
nach die Zentralaussage des Films. Die Liebe, von der die Hauptprotagonisten
des Films erfüllt sind, ist unglaublich groß und hinterließ
bei mir eine tiefe Rührung. "Zeit der trunkene Pferde"
behandelt das schwere Schicksal von fünf Waisenkindern auf eine
beeindruckende Art und Weise. Es wird nichts verschönt oder übertrieben
dargestellt und nichts dramatisiert, indem auf die Tränendrüse
gedrückt wird. Vielleicht ist es diese Schlichtheit, in der der
Film erzählt wird, die mich so berühren konnte... Auf jeden
Fall ist "Zeit der trunkenen Pferde" mein absoluter Favorit
und großes Meisterwerk!
Lukas
Macher