Kritiken und Interviews
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Die Rasenden Reporter:
IKINGUT

#1

Island muss das Paradies aus Erden sein... - Dieser Gedanke ging mir während des Films nicht nur einmal durch den Kopf. Grund waren die wirklich atemberaubend schönen Landschaftsaufnahmen der isländischen Eiswüste, mit denen der Regisseur Gisli Snær Erlingsson seinen Film "Ikingut" zu einem optischen Erlebnis macht.
Auch sonst konnte mich der Film wirklich überzeugen - das liegt nicht zuletzt an der Art und Weise, in der Erlingsson das Thema Fremdenfeindlichkeit behandelt: Er versetzt die Handlung in die Vergangenheit, ungefähr ins 17./18. Jahrhundert (genau lässt sich das aus dem Film nicht schließen). Hier befreundet sich der isländische Junge Boas mit einem Eskimo-Jungen, der auf einer Eisscholle von seiner Heimat Grönland nach Island abgetrieben ist und hier nun von den abergläubischen Isländern für einen Dämon gehalten und gefürchtet wird, da sie "so etwas" ja noch nie gesehen haben. Doch durch die Freundschaft der beiden Jungen wird den anderen Dorfbewohnern klar, dass der "Dämon" ja auch ein Mensch ist.
Zuerst kam mir der Gedanke: "Ja, ja... Früher waren die Leute einfach noch etwas beschränkt, ein wenig naiv und sehr abergläubisch..." Aber ziemlich schnell wurde mir klar, dass es sich bei "Ikingut" um eine völlig aktuelle Geschichte handelt; denn schließlich sind wir Fremdem immer noch sehr oft skeptisch gegenüber, um es vorsichtig auszudrücken! Gisli Snær Erlingsson behandelt ein sehr aktuelles und uns alle betreffendes Problem, erzählt dazu jedoch eine Geschichte, die in einer völlig anderen Zeit als heute und unter völlig anderen Umständen als unseren heutigen Lebensgewohnheiten spielt.
Doch "Ikingut" ist kein pessimistischer Film: Er macht Hoffnung und Mut, sicherlich auch durch das gute Ende - doch ich habe mich gefragt, ob die Geschichte wirklich so gut ausgehen muss, wie es im Film gezeigt wird. Denn dadurch wirkte die ganze Geschichte auf mich wie ein Märchen und das passt mit dem Rest des Filmes nicht wirklich zusammen, so finde ich. Denn die Ganze Geschichte wirkt durchaus realistisch, als hätte sie sich wirklich abgespielt: Das liegt an den größtenteils überzeugenden Schauspielern, am Handlungsaufbau und sicherlich auch an den perfekten Kulissen, Kostümen und Requisiten, die realistisch die Atmosphäre der vergangenen Zeit widerspiegeln.
Obwohl der Film teilweise einige Längen aufweist, wurde mir, während ich den Film sah, nicht langweilig (was ja eigentlich bei keinem Film der Fall sein dürfte...): Die Handlung in "Ikingut", gerade am Anfang, ist konsequent und spannend aufgebaut und es gibt keine überflüssigen Details, die einen irritieren und mit der Handlung nichts zu tun haben.
Gisli Snær Erlingsson hat mit "Ikingut" einen schönen Film gedreht, der mich berührt hat. Viele Elemente machen diesen Film sehenswert - ich kann ihn daher weiterempfehlen.

Lukas Macher

#2

IKINGUT ist ein Film, der sehr deutlich den Unterschied zwischen kindlicher Unvoreingenommenheit und der einflussreichen Intoleranz, Dummheit und den Fremdenhass der Erwachsenen demonstriert. Durch wunderschöne
Landschaftsaufnahmen, Charaktergesichter, adäquater Musik und der Aussage, dass wir alle gleich
und Ikinguts Freunde sind, egal wo wir herkommen, ist dieser Film sehenswert.

Feline Borgelt

#3

"Ikingut" ist ein spannender und rührender Film. Besonders die wunderschönbeb Landschaftsaufnahmen unterstreichen seine Glaubhaftigkeit. Dem Regisseur Gisli Snær Erlingson ist es gelungen, die Rollen des Eskimos Ikingut und dessen Freund Boas erstklassig zu besetzen. Auch die barbarischen Dorfbewohner, die Ikingut umbringen wollen, überzeugen den Zuschauer.
Der Film regt zum Nachdem an - über vergangene Zeiten, die vor allem durch den Glauben an Dämonen und Monster geprägt waren.

Ludwig Buhmann