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VIELVERSPRECHENDES IM KINDERFILMFEST
DER BERLINALE 2001

Das Kinderfilmfest der 51. Internationalen Filmfestspiele Berlin findet vom 8. bis 18. Februar 2001 statt. In dieser Zeit haben die Berliner und Brandenburger Schüler Winterferien. Renate Zylla, die Leiterin des Kinderfilmfestes, lädt alle, die nicht verreisen, zu spannenden Filmen aus der ganzen Welt ein: “Obwohl das Programm noch nicht abgeschlossen ist, kann ich jetzt schon versprechen, dass es Außergewöhnliches und Herausragendes zu sehen gibt, darunter beeindruckende Produktionen aus Großbritannien”.

In seinem modernen Märchen There’s Only One Jimmy Grimble gelingt es Regisseur John Hay Tragisches mit Komischem zu verbinden. Sein Held ist der 15-Jähriger Jimmy (Lewis McKenzie) der zum Schluss als Champion im Manchester Stadion gefeiert wird. “Ich möchte, dass die Leute am Ende des Films vor Freude in die Luft springen”, sagt John Hay. Drei britische Topstars: Robert Carlyle, Gina McKee und Ray Winstone brillieren hier in wesentlichen Rollen.

In The Testimony of Taliesin Jones behandelt Martin Duffy die Lebensfragen eines Heranwachsenden. Mit großem Respekt aber auch subtilem Witz geht er mit Glaube, Liebe, und nicht zuletzt mit Wundern um. Seine Geschichte spielt in Wales. Professionelle Schauspieler wie Ian Bannen, Jonathan Pryce und Geraldine James verleihen diesem Film Glaubwürdigkeit und Tiefe.

Ein Meisterwerk ist Losing Touch von Sarah Gavron, Studentin der National Film and Television School. In ihrem Abschlussfilm erzählt sie in konsequenter Weise wie eine 8-Jährige den schmerzhaften Verlust von Nähe und Geborgenheit erlebt.

Unverkennbar ist bei Hooves of Fire (Robbie, das Rentier und das große Rentierrennen) die Handschrift von Aardmann Animation. Regisseur Richard Goleszowski hat schon in den 80-er Jahren mit Nick Park und Peter Lord, den Gründern dieses Studios, eng zusammen gearbeitet. Sein Film sprüht vor Witz und Ironie, ist frech und lebt von Zitaten.

Die dänische Regisseurin Natasha Arthy überrascht in ihrem Spielfilmdebüt Mirakel mit einer Art Musical. Die fortlaufende Handlung wird durch groteske Tanz- und Gesangseinlagen unterbrochen, die eine Phantasiewelt symbolisieren. Ein Junge in unglücklichen Verhältnissen lebend, begegnet einem Engel (Thomas Bo Larsen - Festen) der ihm die Fähigkeit verleiht, Wünsche zu verwirklichen. Bedingung ist allerdings: Dennis P. darf nicht mehr fluchen.

In Ali Zaoua von Nabil Ayouch sind Straßenkinder in unvergleichlicherweise die Protagonisten. Für sie ist der tägliche Kampf ums Überleben in der Großstadt Casablanca eine Selbstverständlichkeit. Die zivilisierte Gesellschaft, die diese Kinder ausgrenzen möchte, hat hier keine Chance wegzusehen. Stärker kann Poesie und Härte nicht gezeigt werden.

Anokha Moti (Die Wundersame Perle) entführt an die Ostküste Indiens. Es wird die Geschichte von einem Fischer erzählt, der seiner kleinen Tochter ein zauberhaftes Geschenk macht. Gut und Böse wird hier im klassischen Sinne gegenüber gestellt. Dies ist der 42. Spielfilm von Tapan Sinha, der bereits erfolgreich bei der Berlinale vertreten war (1956 Kabuliwala, Silberner Bär für die Musik von Ravi Shankar, 1988 Aaj Ka Robin Hood Lobende Erwähnung im Kinderfilmfest)

Nach der gleichnamigen literarischen Vorlage von Peter van Gestel entstand der niederländische Film Mariken. Wie ein Lichtstrahl bewegt sich Lauren van den Broeck als Mariken durch die Finsternis des Mittelalters. Mit ihren großen fragenden Augen, auf der Suche nach Wahrheit, überzeugt das Mädchen in André van Durens Film. Die Produktion Egmond Film (Madelief - das Zeichen auf dem Tisch 1999) ist somit zum zweiten Mal im Programm.

Renate Zylla stellt ein erstaunliches Phänomen fest: “So unterschiedlich die Geschichten auch sind, sie haben etwas gemeinsam. In allen Filmen wird Magie ins Spiel gebracht, doch letzendlich geht es um den Glauben an die eigene Kraft.”

Anfang Januar wird die Filmauswahl abgeschlossen. Man darf gespannt sein, welche weiteren Highlights das Kinderfilmfest präsentieren wird.

8. Dezember 2000