Seit
seiner Geburt ist Mohammad blind. Für ihn setzt sich die Welt
aus Geräuschen und Gerüchen zusammen. Gegenstände und Gesichter
ertastet er mit den Händen, um sich ein Bild von ihren Konturen
zu machen – so kann er auch ohne Augenlicht sehen. Sehr gern
ertastet er den Wind, den er mit seinen Händen einfängt. Mohammad
besucht in Teheran eine Schule für blinde Kinder, an der er
– mit Hilfe der Braille-Schrift – auch lesen und schreiben lernt.
Vor den Ferien reist sein Vater an, um den Sohn wieder abzuholen.
Mohammad freut sich auf die Rückkehr in sein altes Bergdorf,
wo die Großmutter und seine zwei Schwestern ihn schon sehnlichst
erwarten. In der Dorfschule hat Mohammad keine Probleme, mit
den anderen Kindern kann er gut mithalten. Doch dem Vater gefällt
das alles ganz und gar nicht. Viel lieber würde er Mohammad
bei einem blinden Tischler in die Lehre geben. Allerdings sträubt
sich die Großmutter dagegen: Jetzt, wo Mohammad wieder bei ihr
ist, möchte sie ihn nicht mehr missen. Als der Vater jedoch
wieder heiraten will, ist seine Geduld zu Ende. Moham-mad muß
zu dem Tischler. Erbost und enttäuscht packt daraufhin auch
die Großmutter ihre Sachen und verläßt – trotz eines heftigen
Unwetters – das Haus. Damit droht die Familie vollends auseinanderzubrechen.
Der Vater ist ratlos – das hat er nicht gewollt.